QM2 und Wittgenstein


Wie geplant hat das Wetter heute kein Einsehen mit uns und war den ganzen Tag mehr Mau als Wau. Kein Problem, dann halt Schlechtwetterprogramm.

Das hat bedeutet, dass wir die zufällig in Skjolden angelegte Queen Mary 2 aus der Nähe ansehen gegangen sind. Wenn man da direkt davorsteht, dann muss man den Kopf schon heftig ins Gnack legen, um bis rauf zu sehen. Die QM2 ist von der Wasserlinie abwärts noch 10 Meter tief. Von der Wasserlinie aufwärts sind es locker 20 bis 30 Meter die das Boot in die Höhe ragt. Gewaltig einfach. Wikipedia hat einen ausführlichen Bericht über die QM2, die alle Eure Fragen dazu sicher beantworten kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Queen_Mary_2 Was ihr nicht bei Wikipedia finden werdet, ist zum Beispiel ihr Aussehen. Da sind drei schwarze Linien am vorderen Aufbau, die nicht Deko sind, sondern Gestaltungselemente der alten Queen Mary. … Auch die Form der Aufbauten am Heck sollen schon vom weitem sichtbar machen, dass man hier einen „Ocean Liner“ vor sich hat. Alles zusammen ist das Schiff eben den großen Linern aus den 1930ern nachempfunden und das ist voll gelungen denke ich. Und ein weiteres Detail: Die QM2 hat zwei Schiffshörner, die jeweils etwas über zwei Meter lang sind. Da kommt ein derart lauter und extrem tiefer Ton raus, der noch nach 16 Kilometer deutlich zu hören ist. Genial!!!

Und dann sind wir noch das Haus vom österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein ansehen gegangen. Der Kerl war gerade mal 24 Jahre alt, als er nach Norwegen gezogen ist. Und das einfach nur deshalb, weil ihm der Lärm rundum zu viel war. Komischer Mensch, aber gut. „Es ist die Ruhe und vielleicht die wunderbare Landschaft – ich meine ihre stille Ernsthaftigkeit.“ …das hat er in Englisch über den Ort gesagt. Und ja, wenn man oben steht, dann ist das wirklich ein Ort der weit ab vom Schuss liegt. Ich will Euch nicht langweilen damit, deshalb hier einfach einige Fakten über Wittgenstein und das Haus:
- Die Hütte isx 7 x 8 Meter groß
- Sie liegt direkt 45 Meter über dem Eidsvatnet
- Das war keine Ferienhütte, sondern da hat er wirklich gearbeitet
- „Tractatus Logico-Philosophicus“, entstand da in der Hütte und ist 1921 erschienen
- Eines der bedeutendsten philosophischen Werke des 20. Jahrhunderts
- „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“
- Wittgenstein war der Meinung, dass er mit dem Werk die philosophischen Probleme im Wesentlichen gelöst hat
- Das Haus wurde 1958 komplett abgebaut und nach Skjolden versetzt
- Erst 2019 ist es wieder am Originalplatz wieder aufgebaut worden. Rund 90 Prozent vom Originalen Material wurden weiterverwendet
Alles in allem, kurz zusammengefasst: Ein 24-jähriger Österreicher fährt ans Ende eines norwegischen Fjords, baut sich dort eine Hütte auf einen Felsen und beginnt, über die Grenzen der menschlichen Sprache nachzudenken – und mehr als hundert Jahre später fahren Menschen immer noch dorthin, um genau diesen Platz zu sehen.